Hilfstransport in Homberg/Efze gestartet
SELK-Gemeinde: Hilfsgüter für Weißrussland
Homberg/Efze, 16.12.2010 – selk – 25 Betten von einer
Pflegestation, diverse Rollstühle und anderes Krankenhausmobiliar,
dazu rund 450 Säcke und Kisten mit Kleidung sind am Dienstag, 14.
Dezember, vom nordhessischen Homberg (Efze) aus in Richtung
Weißrussland/Belarus gestartet. Der Fahrer des langen
Sattelzuges, Vasili Saroka, wird die Fracht in seine Heimatstadt
Bobrujsk bringen, wo sie trotz der winterlichen
Straßenverhältnisse noch vor Weihnachten erwartet wird.
Bobrujsk ist Sitz der Kirchenleitung der kleinen Selbständigen
Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Belarus (SELK-RB).
Bischof Wladimir Meyersohn wird dort persönlich die Verteilung der
Hilfsgüter organisieren.
Die wirtschaftlichen Folgen der Sowjetzeit lasten auf Bobrujsk ebenso
wie die starken Umweltschäden durch Schwerindustrie und die
Atom-Verseuchung – bis nach Tschernobyl sind es gerade mal 200
Kilometer Luftlinie. Die örtliche lutherische Kirche ist darum
dringend auf Hilfe angewiesen, um Krankenhäuser, Kinderheime und
Altersheime in ihrer Umgebung versorgen zu können.
Initiiert wurde der Transport vom „Freundeskreis
Russlandhilfe“, der schon seit rund 20 Jahren als Projekt der
Homberger Petrus-Gemeinde der Selbständigen
Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) Hilfsgüter nach Osteuropa
schickt. Innerhalb des Diakonischen Werkes der SELK fungiert dabei der
Verein „Humanitäre Hilfe Osteuropa e.V.“ als
technischer Partner, der auch den Homberger Transport übernommen
hat. Die Vereinsmitglieder Horst Biemer, Martin Müller und Martin
Volkwein aus Greifenstein-Allendorf (bei Wetzlar) waren persönlich
nach Homberg gekommen, um beim Verladen mit anzupacken. Das Homberger
Team um Heidi Wagner, das die Hilfsgüter in den vergangenen
Monaten gesammelt und mit viel Engagement gewaschen und sortiert hat,
wurde außerdem von Soldaten der Bundeswehr unterstützt.
Für die Finanzierung des Transportes standen noch Spendenmittel
zur Verfügung, die vor zwei Jahren beim „Hessentag“ in
Homberg gesammelt worden waren. So ließen es sich der Amtsleiter
im Homberger Rathaus und damalige Hessentagsbeauftragte Joachim
Bottenhorn und der Erste Stadtrat Jürgen Monstadt nicht nehmen,
persönlich einen Blick auf den gefüllten LKW zu werfen und
dem Transport gute Reise zu wünschen.
Bauliche Unterstützung für psychisch Kranke in Polozk
SELK: Humanitäre Hilfe für Menschen in Weißrussland
Polozk (Weißrussland), 28.12.2010 – selk – „Mit
Freude“ habe er zum Weihnachtsfest über die Caritas in
Vitebsk die Nachricht erhalten, dass die Arbeiten des ersten
Bauabschnittes in dem psychoneurologischen Heim in der Nähe von
Polozk abgeschlossen werden konnten, berichtet Altbischof Dr. Diethardt
Roth (Melsungen) von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen
Kirche (SELK), stellvertretender Diakoniedirektor der SELK und
Vorsitzender des Vereins Humanitäre Hilfe Osteuropa e.V., der dem
Diakonischen Werk der SELK angehört. Bei einem Besuch des
Vereinsvorstandes in dem Heim für 160 psychisch kranke Menschen
(80 Männer, 80 Frauen ) war 2008 festgestellt worden, dass die
sanitären Anlagen sehr renovierungsbedürftig sind (selk_news
berichtete). Der Verein hatte die Möglichkeit, für den ersten
Bauabschnitt, der den sanitären Anlagen im Frauenbereich galt,
10.000 Euro zur Verfügung zu stellen. In einer guten
ökumenischen Aktion hat sich die römisch-katholische
Hilfsaktion für Osteuropa, Renovabis, bereit erklärt, weitere
10.000 Euro für diese Arbeiten zu geben. Die Caritas in Vitebsk
übernahm die Federführung für dieses innovative Projekt.
Im ersten und zweiten Stockwerk des Heimes wurden in vier Räumen
Toiletten und Waschbecken eingebaut. Außerdem wurden die
Warmwasserversorgung und der Abflussbereich erneuert. Weiter wurden
Türen eingebaut und die Fußböden und Wände neu
gekachelt, der Duschraum und ein Badezimmer mit Wanne erneuert. 80
Frauen auf der Schattenseite des Lebens freuen sich über bessere
Lebensbedingungen. Damit ist der erste Bauabschnitt abgeschlossen, der
bis jetzt 62.855.982 weißrussische Rubel gekostet habe.
Dringend sei nun, so Roth gegenüber selk_news, dass der zweite
Bauabschnitt folge, damit auch die psychisch kranken Männer
menschenwürdigere sanitäre Anlagen erhielten. Auch hier seien
wieder 20.000 Euro erforderlich. Er hoffe erneut auf die
Spendenbereitschaft und auf eine gemeinsame Aktion mit Renovabis. Der
Verein hoffe, wiederum 10.000 Euro an Spendengeldern einsetzen zu
können. Spendenkonto des Vereins Humanitäre Hilfe Osteuropa,
SSK Wetzlar, BLZ 515 50035, Konto Nr. 410 011 08, Stichwort: Heim
Polozk.
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