SELK-news 9.6.08
15 Jahre diakonische Hilfe für Osteuropa 
Verein "Humanitäre Hilfe" im Bereich der SELK zieht Bilanz

 
Melsungen, 9.6.2008 - selk - Am 15. Juni 1993 um 20.30 Uhr startete der
erste Transport mit Hilfsgütern vom hessischen Allendorf/Ulm aus in das 5200
Kilometer entfernte Moskalenski in Westsibirien. Ein dortiges Krankenhaus
hatte um Hilfe gebeten und der Ruf war in der St. Paulsgemeinde der
Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in
Greifenstein-Allendorf auf offene Ohren gestoßen. Die Verantwortlichen wie
Horst Biemer erinnern sich noch heute an diese erste Abenteuerfahrt in ein
unbekanntes Land, getrieben von dem Anliegen Menschen zu helfen, denen es
erheblich schlechter ging als uns.

Der Strom von Hilfsgütern nach Osteuropa ist seitdem nicht versiegt.
Insgesamt wurden bis jetzt mit ca. 95 LKW 40 Tonnen Hilfsgüter
transportiert. Der Dank gilt allen, die in den Jahren die LKW beladen,
gefahren  und ausgeladen haben, wobei die Aufgabenfelder wechselten: ab 1996
gingen Transporte in die Ukraine, ab 2001  in die Republik Belarus. Überall
wurden die Hilfeleistungen dankbar aufgenommen.

2005 wurden die Aktivitäten in dem Verein „Humanitäre Hilfe Osteuropa“ e.V.
gebündelt, der heute 150 Mitglieder hat und offen ist für weitere, um seine
Aufgaben noch umfangreicher erfüllen zu können. Zum Vorstand gehören Bischof
i.R. Dr. Diethardt Roth, Melsungen (Vorsitzender), Hartmut Stolle,
Sachsenberg  (2. Vorsitzender), Pfarrer i.R. Manfred Schlie, Celle
(Schriftführer), Horst Biemer, Allendorf/Ulm (Kassierer) und Günter Meese,
Gistenbeck (Ehrenvorsitzender).
Der Verein gehört zum Diakonischen Werk der SELK.

Einzelne Personen, Kinderheime und Krankenhäuser wurden bedacht. Sach- und
Geldspenden wurden zur Verfügung gestellt. Die Mittel kamen von
Kirchgliedern und Gemeinden der SELK und aus anderen Institutionen. Die
Bundeswehr stellte manches aus ihren Beständen zur Verfügung, die Hamburger
Verlagsgruppe Bauer half durch Geldspenden und durch Berichterstattung in
ihren Medien, die die Spendenbereitschaft erhöhten. Die SELK betreibt zwei
Sammelstellen für Hilfsgüter in Allendorf/Ulm (Ansprechpartner Horst Biemer)
und in Gistenbeck (Ansprechpartner Günter Meese).

Die diakonisch-humanitären Hilfsgüter wurden ohne Unterschiede an alle
Bedürftigen verteilt. In Weißrussland helfen bis zum heutigen Tage die seit
ca.1995 neu entstandenen lutherischen Gemeinden, die in der stalinistischen
Ära verschwunden waren, bei der Verteilung. Um die Gemeinden zu stärken,
wurde mit ihnen zusammen ein Gemeindeaufbauprogramm entwickelt, das vor
allem zum Ziel hat, Kirchhäuser für die Gemeinden zu schaffen. In der Zeit
der Verfolgung waren zahlreiche Kirchen zerstört worden.
In Grodno steht die Kirche der lutherischen Gemeinde wieder zur Verfügung,
in Polozk ist in der Kirche noch ein Museum untergebracht. Seit 2005 hat der
Verein "Humanitäre Hilfe Osteuropa" geholfen, sieben Kirchhäuser zu
erwerben, die nun noch mehr zu Kirchen umgebaut werden sollen, um
lutherischen Christen eine irdische Heimat für schöne Gottesdienste zu
geben.
Der Vorsitzende Dr. Roth betont selk_news gegenüber, dass der Verein mit
großem Gottvertrauen mit seinem Partner, der Selbständigen
Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Belarus unter der Leitung
von Präses Wladimir Meyersohn, Bobruisk, an diese Aufgabe herangehe, um
mitzuhelfen, die so lange verfolgte  Lutherische Kirche in Weißrussland
weiter zu entwickeln.
Für den Herbst plant der Verein eine Veranstaltung mit Dank- und
Bittgottesdienst


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Bericht lüber die Inspektionsreise des Vorstandes
unseres Vereins nach Weißrussland vom 28. Juli bis 5. August 2008

SELK-news 11.8.08
Verein "Humanitäre Hilfe Osteuropa e.V." besucht Republik Belarus:
Lutherische Kirche in Weißrußland vor großen Herausforderungen

Melsungen, 11.8.2008 - selk - „Wir hoffen weiterhin auf eure Hilfe“ – mit
dieser Zuversicht wurde die Delegation des in der Selbständigen
Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) beheimateten Vereins "Humanitäre
Hilfe Osteuropa e. V.", die unter der Leitung von Bischof i.R. Dr. Diethardt
Roth zehn Tage nach und in der Republik Belarus unterwegs war, immer wieder
angesprochen. Zu der Reisegruppe gehörten Pfarrer Manfred Schlie,
Schriftführer des Vereins, Ehrenvorsitzender und Projektleiter
Norddeutschland Günter Meese, Kassierer und Projektleiter Süddeutschland
Horst Biemer, Pfarrer Norbert Rudzinski für die Partnergemeinde
Allendorf/Lumda und Theologiestudent Alexander Schewtschenko als Übersetzer.


Die Delegation besuchte verschiedene politische Vertreter in Minsk und
Bobruisk, so auch den deutschen Botschafter Dr. Gebhardt Weiss, hatte
oekumenische Kontakte, gewann Einblicke in mehrere soziale Einrichtungen und
konnte in allen lutherischen Gemeinden der Selbständigen
Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Belarus (SELK RB)
aufschlussreiche Gespräche führen und Gottesdienste feiern.
Höhepunkt war die Weihe des neuen Kirchhauses in Polotsk durch
SELK-Altbischof Dr. Roth und Wladimir Meyersohn, Präses der SELK_RB, das mit
Hilfe von finanziellen Mitteln des Vereins Humanitäre Hilfe Osteuropa e.V.
erworben werden konnte. Die Gemeinde hatte bis dahin in einem industriell
genutzten Verwaltungsgebäude Gottesdienste gefeiert. Der Gottesdienstraum
konnte die vielen Besucher kaum fassen, die an diesem Festtag anwesend
waren. In allen Grußworten kam die Freude über das Erreichte zum Ausdruck,
vor allem galt der Dank der Gemeindeleiterin.

"Die kleine lutherische Kirche in Belarus ist bekenntnisbewußt und will
darin weiterhin gestärkt werden", erklärt Bischof i.R. Dr. Roth und weist
dazu auf die geplanten Seminare der Kirchenleitung der SELK und die
Überlegungen für die zukünftige Arbeit der Lutherischen Kirchenmission hin.
Neue Diakone und Pfarrer sollten ausgebildet werden. Bereitschaft sei dazu
vorhanden.

Der Verein Humanitäre Hilfe Osteuropa e.V. richtet sein Augenmerk besonders
auf humanitäre Hilfe und Gemeindeaufbau. In den in zwei  Invalidenheimen und
einem Kinderheim, in den Gemeinden und mit politischen Vertretern geführten
Gesprächen wurde deutlich, dass eine gezielte humanitäre Hilfe weiterhin
erwünscht und erforderlich sei. Die Delegation ist deshalb der Meinung, dass
hier weitere Anstrengungen aus der SELK in Deutschland erforderlich seien.
Dabei müssten auch die Verteilwege neu mit den Partnergemeinden überdacht
werden. In der Zukunft werde es hilfreich sein, ein Diakonisches Werk für
die SELK-RB aufzubauen.

Zum Gemeindeaufbau gehören für die Gemeinden auch vernünftige gute äußere
Bedingungen. Die Delegation konnte sich davon überzeugen, dass  die
Orthodoxe Kirche und die Römisch-Katholische Kirche an vielen Orten neue
Gebäude errichten und die alten saniert. Hier steht die Lutherische Kirche
am Anfang. Mittlerweile wächst der Wunsch, die schon vorhandenen Kirchhäuser
stärker als Kirchen erkennbar werden zu lassen. Hier sind Umbauarbeiten oder
Neubauten in der Zukunft erforderlich. Dazu sind Sponsoren erforderlich.
Vielleicht, so äußert Bischof i.R. Dr. Roth gegenüber selk_news, gebe es ja
in der SELK Kirchglieder, die in einem weiter entfernten Land gern eine
kleine lutherische Kirche bauen würden (Grundstücke stellt der weißrussische
Staat zur Zeit kostenlos zur Verfügung).
Präses Meyersohn wies mehrfach darauf hin, dass die Kirche dankbar für die
Kirchhäuser sei, aber diese müssten über das Schild am Haus hinaus  für
Besucher noch mehr als Kirche deutlich werden. Einige Gemeinden sind noch in
Räumlichkeiten zur Miete, wobei immer wieder Veränderungen vor Ort nötig
sind. In allen Gemeinden wurde der Wunsch geäußert, vorhandene
Partnerschaften zu intensivieren und neue Partnergemeinden in Deutschland zu
finden.

Präses Meyersohn wies in diesem Zusammenhang auf die in den letzten Jahren
gewachsenen guten oekumenischen Beziehungen zu allen Kirchen  hin und gab in
dem Zusammenhang der Hoffnung Ausdruck, dass sie noch weiter wachsen werden.
Sein Wunsch sei auch, mit Lutherischen Kirchen weltweit gute Beziehungen zu
pflegen.

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Gemeinsame Zukunft der Kirchen in Osteuropa

SELK-news:

Gemeinsam für Dialog und Einheit
DNK/LWB und SELK: Treffen mit Kirchen aus Russland, Litauen und Belarus

Hannover, 16.1.2009 - selk - Auf Initiative des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) und der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) fand am 14. Januar im Amt der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands in Hannover eine erste Arbeitstagung zum Thema "Ordinationen in Weißrussland" statt. Der Einladung des Geschäftsführers des DNK/LWB, Oberkirchenrat Norbert Denecke, waren hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland und anderen Staaten, der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Litauen, der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Republik Belarus, der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, der Evangelischen Kirche in Deutschland, der SELK und des Bundes Evangelisch-Lutherischer Gemeinden in Weißrussland gefolgt.

Den Ausgangspunkt der Gespräche bildete eine Anfrage der SELK an den litauischen Bischof Mindaugas Sabutis, die durch seinen Vorgänger geweihten Diakone in Weißrussland zu ordinieren. In diesen Prozess sollte der Bund Evangelisch-Lutherischer Gemeinden in Weißrussland involviert werden, der mit der Evangelisch Lutherischen Kirche in Russland und anderen Staaten zusammengeschlossen ist. Erzbischof Dr. Edmund Ratz (Evangelisch-Lutherische Kirche in Russland und anderen Staaten) unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung theologischer Ausbildung ordinierter Amtsträger. Der Bischof der SELK, Hans-Jörg Voigt, betonte die Notwendigkeit kirchlicher Einheit zwischen den kleinen lutherischen Gemeinden in Weißrussland. Diese sollten gemeinsam ihren eigenen Weg finden und gehen, meinte Voigt.

Die Gesprächsteilnehmer verabredeten, gemeinsam der Einheit der evangelisch-lutherischen Kirche in Weißrussland zu dienen und deshalb ihre Begegnungen fortzusetzen. Sie betonten unter anderem die Notwendigkeit theologischer Fortbildung und vertrauten dem litauischen Bischof Mindaugas Sabutis Entscheidungen über mögliche Ordinationen an.

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SELK_news 24.11.08
SELK: Hilfe für lutherische Gemeinden in Weißrussland
Transport auf den Weg gebracht


Melsungen/Allendorf (Ulm), 24.11.2008 - selk - Ein umfangreicher Transport befindet sich zurzeit auf dem Weg zur Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Weißrussland (SELK-RB). Dies berichten Bischof i.R. Dr. Diethardt Roth (Melsungen) als Vorsitzender des beim Diakonischen Werk der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) angesiedelten Vereins Humanitäre Hilfe Osteuropa e.V. und Horst Biemer (Allendorf/Ulm ), der Kassierer und Projektleiter Süd des Vereins. Der LKW hat Inventar für Kirchhäuser der Gemeinden in Weißrussland geladen, um das Präses Wladimir Meyersohn gebeten hat.

Das Inventar stammt aus dem Kirchgebäude der SELK in Walle (bei Verden/Aller), nachdem der dortige Gottesdienstort aufgegeben worden war. Altbischof Roth brachte gegenüber selk_news seine Dankbarkeit zum Ausdruck, dass das Inventar aus Walle, das zum Teil auch einmal nach dem zweiten Weltkrieg aus Amerika für Glaubensgeschwister in Deutschland gespendet worden sei, nun den lutherischen Gemeinden in Weißrussland beim Gemeindeaufbau helfen könne. Er hoffe, dass auch in Zukunft für die Gemeindeentwicklung Spenden aus Deutschland zur Verfügung gestellt werden könnten - zu Erwerb, Erhalt und Verbesserung von Kirchgebäuden.

Neben dem Inventar aus Walle hat der LKW humanitäre Hilfe geladen. Durch den Einsatz von Projektleiter Biemer wurden von Sponsoren für ein Invalidenheim und eine Sozialstation Stühle, Tische, Bürostühle, Bettwäsche, Wolldecken, Handtücher, Kinderwagen, ein Bügelautomat und weitere Hilfsgüter zur Verfügung gestellt und unter seiner Leitung verladen. "Bis unters Dach voll war der LKW", fasst Biemer seine Bemühungen zusammen. Es sei das Anliegen des Vereins, weiterhin dorthin, wo Hilfe gewünscht werde, Unterstützung zu gewähren. Die Weißrusslandreise von Vorstandsmitgliedern und Gästen unter der Leitung von Roth vor wenigen Wochen (selk_news berichtete) hatte gezeigt, dass projektbezogene Hilfe sinnvoll und gut ist. Dieser Eindruck wurde bei seinem Besuch im September auch SELK-Bischof Hans-Jörg Voigt (Hannover) vermittelt.

Der aktuelle Transport ist im laufenden Jahr 2008 der vierte umfangreiche Transport, den der Verein Humanitäre Hilfe Osteuropa e.V. nach Weißrussland schicken kann. Das war und ist nur möglich durch die Geld- und Sachspenden aus der SELK und von weiteren Sponsoren.

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